Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist eine innovative Antwort auf die demografischen Herausforderungen und eine Chance für einen gesellschaftlichen Aufbruch mit neuen Lebensmodellen. Seit 2008 gibt es in den 16 Bundesländern Deutschlands 500 Mehrgenerationenhäuser (www.mehrgenerationenhaeuser.de), 9 davon in Berlin.
Ein Mehrgenerationenhaus bietet Raum für Menschen verschiedener Altersgruppen sich ungezwungen zu begegnen und gegenseitig von den Kompetenzen des jeweils Anderen zu profitieren. Es ist ein offener Ort, wo die ältere Generation gebraucht wird, die mittlere Generation entlastet wird und die jüngste Generation aufgehoben ist.
Das Mehrgenerationenhaus wird zum Kommunikationsmittelpunkt im Kiez, vernetzt Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen in der Region und wird so zu einer lokalen Drehscheibe. In den Mehrgenerationenhäusern soll die Aufspaltung in Leistungs- und Sozialwesen überwunden werden. Mehrgenerationenhäuser sollen nicht nur gesellschaftliche Kompetenzen stärken, sondern auch einen wirtschaftlichen Nutzen stiften, indem sie zur Vermittlungsplattform für unterschiedliche Dienstleistungen werden. Sie sollen Begegnung und soziale Kontakte ermöglichen und gleichzeitig Orte sein, an denen Menschen Dienstleistungen anbieten und um konkrete Hilfen und Angebote nachfragen.
Die Kriterien hierbei sind:
- Einbeziehung der vier Lebensalter
- generationsübergreifende Angebote
- Kinderbetreuung
- offener Tagestreff / Café
- neue Wege der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen
- Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe vor Ort
- Einbeziehung der lokalen Wirtschaft
Ein wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit des Angebots, denn es soll eine dauerhafte Infrastruktur geschaffen werden. Jedes Haus muss seine eigene, ganz bestimmte Philosophie entwickeln, die es von anderen Einrichtungen unterscheidet und ein durchdachtes und realistisches Konzept vorlegen, aus dem klar hervorgeht, wie es die gesetzten Ziele erreichen will und wie seine Überlebensfähigkeit auch nach dem Ablauf der Bundesförderung sichergestellt ist.
Hierbei werden die folgenden Prototypen unterschieden:
- Eltern-/Kindzentrum plus
- Familien- /Mütterzentrum plus
- Familienbildung plus
- Schule Sport Kultur plus
- Seniorenbildung-/Seniorentreff plus
- Kirchengemeinden Bürgertreff plus